Wenn Politiker über Dinge entscheiden, dann wird ihnen ja oft vorgeworfen, dass sie das vom grünen Tisch aus tun, aber die tatsächliche Praxis nicht kennen. Deshalb bin ich in meinem Wahlkreis unterwegs und versuche an der einen oder anderen Stelle "Praxiserfahrung" zu sammeln. Mein erster Praxistag fand in der Kita "Reideburg I" statt und über mein Arbeitszeugnis habe ich mich sehr gefreut
Erfahrungsbericht zum Politikerpraktikum und unserer Praktikantin Frau Dr. Katja Pähle (SPD) - Kita Reideburg I
Das überarbeitete Kinderförderungsgesetzes ohne Frage - ein Zugewinn für Kinder, aber welche Auswirkungen bringt das für Kindertagesstätten/Träger? Der Qualitätsanspruch im Elementarbereich steigt zunehmend, aber grundlegende Rahmenbedingungen (bspw. Vor- und Nachbereitungszeiten) scheitern an den Finanzen. Nicht zu vergessen der aktuelle Fachkräftemangel. Erschwernisse, mit denen wir uns tagtäglich auseinandersetzen.
Aussagen wie: Politiker sind weit weg von Praxis sowie Alltag und unnahbar, überprüften wir persönlich in unserem Arbeitsbereich.
Für einen Tag begrüßten wir Frau Dr. Katja Pähle in unserer Kita. Urlaubszeit, Krankheit, 2 Mitarbeiter_innen in berufsbegleitender Ausbildung und 5 Eingewöhnungskinder. Ein Alltag, dem sich unser Team, wie im Übrigen viele andere, immer wieder motiviert und engagiert stellt.
An der Seite von Frau Leich und den jüngsten Kindern unseres Hauses stellte sich Frau Dr. Pähle den Herausforderungen des Tages. Mit einem Lächeln und nicht ganz ahnungslos betrat sie das Gruppenzimmer. Sie setzte sich gleich an die niedrigen Kindertische und trug mit zu einer gemütlichen Frühstückstimmung bei. Beim anschließenden Händewaschen erlebte sie, wie wieselschnell unsere Glühwürmchen sind und welche Experimentierfreude sie im Umgang mit Wasser zeigen. Die Wasserschlacht begeisterte alle Kinder augenscheinlich.
Sie nahm die Bedürfnisse einzelner Kinder wahr und sprach sich mit ihrer „Kollegin“ ab, hinterfragte und übernahm Verantwortung.
Beim Aufenthalt auf unserem Spielplatz wandte sie sich sehr liebevoll den Eingewöhnungskindern zu. Sie unterstützte sie beim eigenen Tätigsein, tröstete und gab ihnen Zuspruch.
Sie sang mit ihnen auf dem Spielteppich und schenkte ihnen ihre volle Aufmerksamkeit.
Nach dem selb-ständigen Essen be-durfte es so einiger Reinigungsarbeiten mit /am Kind und im Gruppenzimmer. Mit hochgekrempelten Ärmeln packte sie, wie selbstverständlich, zu. Sie wusch Tische und Stühle ab, säuberte den Fußboden.
Fazit von Frau Leich:
„Anfangs war ich etwas aufgeregt und gespannt, was auf mich zukommt und wie es wird. Frau Pähle hat sich vom ersten Moment freundlich und offen eingebracht, ins Gruppengeschehen integriert und bei allem angefasst und mitgemacht. Besonders fiel mir ihr sehr gutes Namens- und Gesichtsgedächtnis auf sowie ihr liebvoller Umgang mit unseren jüngsten Kindern. Mir hat der Tag sehr viel Spass bereitet und ich heiße sie immer wieder herzlich willkommen bei den Glühwürmchen.“
Frau Dr. Pähle äußerte: „Meine Kolleginnen haben mich sehr gut aufgenommen. Ich wertschätzte diesen Beruf schon immer – seit heute noch viel mehr.“. Außerdem begeisterte sie unsere Kita, das Außengelände und die vielen Möglichkeiten, die Kindern hier zur Verfügung stehen. Sehr gut bewertete sie die Transparenz für Eltern.
Unser gemeinsames Fazit: Wir bleiben weiterhin in Kontakt (immerhin schon ein ¾ Jahr!) und im Gespräch. Es lohnt sich Zeit und Willen aufzubringen, den jeweils anderen Arbeitsbereich zu verstehen. Oberflächlichkeit oder Hofnungslosigkeit waren noch nie gute Wegbegleiter. So heißt es auch in unserem Konzept: Das Leben ist Veränderung und es liegt an uns, diese mitzugestalten! Dabei geht es nicht darum, Berge zu versetzen. Es sind die Kleinigkeiten, die bedeutend sind: Zeit miteinander verbringen, ein Lächeln, Verständnis, Wahrgenommen zu werden…!