
Die Giebichensteinbrücke zählt zu den bemerkenswertesten Zeugnissen der historischen Brückenbaukunst. Die in konstruktiv-technischer und ebenso künstlerischer Hinsicht herausstechende Brücke hat eine zentrale Bedeutung im halleschen Straßennetz. Die heutige Anlage steht in der Nachfolge mehrer Brückenbauten, die nacheinander errichtet worden waren.
Für die künstlerische Gestaltung der Brücke wurden von der Kunstgewerbeschule Halle der Direktor Paul Thiersch bei der Architektur und der Bildhauer Gerard Marcks zurate gezogen. [...] Auch der Bildhauer Josef Gobbes hatte sich um die Erarbeitung der Plastiken beworben. Er erhielt später den Auftrag für die Ausführung von "Kuh und Pferd" nach Gerhard Marcks' Modellen. Mit den Tierfiguren wollte Marcks die Gegensätzlichkeit von Stadt und Land thematisieren: die Kuh als Verkörperung der in sich ruhenden, traditionell geprägten Landwirtschaft in vergleichbarer Gegenüberstellung zur Dynamik des kraftvoll und wuchtig wirkenden Pferdes.
In den letzten Zügen der Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs wurde [...] der Hauptbogen der Giebichensteinbrücke gesprengt. Ein Wiederaufbau erfolgte erst im Jahr 1949. Seit dieser Zeit wird die Brückenanlage, die heute an den Wochentagen im Durchschnitt von 22.000 Autos passiert wird, regelmäßig instand gesetzt und saniert, sodass sich selbst Kuh und Pferd in gutem Zustand befinden. [1]
[1] aus Stadt Halle (Saale) (Hrsg.), 2018: "Halle und die Moderne", S. 47-51


